Sonntag, 31. August 2014

11. Tag: Novalja - Zadar

Aufgewacht sind wir ziemlich unausgeschlafen, ich will mal so sagen: woanders sind die schlechten Hotels wenigstens billig.
Heute sind wir nur 74 km gefahren, aber in Summe waren es dann doch fast 800 Höhenmeter. Schlimmer noch: es war eine fürchterliche Hitzeschlacht bei Temperaturen von knapp 40°C. Ich wage es aber nicht, mich über die Hitze zu beschweren, denn ab morgen droht Regen.
Um den Verkehr zu vermeiden, sind wir über Nebenstraßen über die Insel Pag nach Süden gefahren. Ein Teil der Straßen war nicht asphaltiert, was den Tag nicht einfacher gemacht hat.

Weiter ging es über die Hauptstraße, aber bei diesen Temperaturen bleibt das Fahren unabhängig von der Beschaffenheit des Fahrbahnbelags eine Qual. Landschaftlich ist es sehr schön hier, aber diese Hitze gehört verboten.

Am frühen Abend sind wir in Zadar angekommen. Zadar gefällt uns sehr gut, seit gestern ist hier Nebensaison. Positiv: da Nebensaison ist, ist die Stadt auch nicht mit Touristen überfüllt. Negativ: da Nebensaison ist, hat unsere Unterkunft morgen Ruhetag und es gibt kein Frühstück. Trotzdem ist Zadar eine Reise wert. An der Uferpromenade gibt es seit 2005 eine vom Architekten Nikola Bašić geschaffene Meeresorgel: durch Wellenbewegung wird Luft durch verschiedene Orgelpfeifen gepresst, die je nach Wellenbewegung unterschiedliche Töne erzeugt. Sehr gelungen!

11. Tag: Novalja - Zadar

Die heutige Nacht war etwas dürftig. Im teuersten Hotel der diesjährigen Tour war gestern zeitgleich mit uns eine deutsche Busreisegruppe angekommen. Entsprechend laut war es in der Nacht, so dass wir kaum schlafen konnten. Der letzte Gast kam um halb sechs betrunken ins Hotel zurück und polterte laut durchs Treppenhaus. Im Hotel hat man sich den Gewohnheiten der Gäste angepasst und bietet Frühstück erst ab 9:00 Uhr an. Das war uns natürlich zu spät, so dass wir auswärts in einer Bäckerei frühstückten.
Wir sitzen jetzt zu Mittag auf halber Strecke in einem Grillrestaurant und warten auf unser Essen. Den ganzen Morgen sind wir zwischen West- und Ostseite der Insel ein paar Mal hin und her gewechselt, so sind auch ein paar Höhenmeter zusammen gekommen. 
Das heute noch gute Wetter haben wir aber auch schon zu einer Badepause genutzt. Herrlich das kalte, klare Wasser! So, jetzt kommt das Essen ...

Samstag, 30. August 2014

10.Tag: Perušic - Novalja

Gigantisch! Anders kann ich den heutigen Tag nicht beschreiben. Der Blick aus 1414 m Höhe auf die kroatische Küste ist gigantisch. 

Und die fast 20km lange Abfahrt zur Küste ist auch gigantisch. Einfach wunderbar! Der Anstieg war ebenfalls sehr schön: auf wenig befahrenen Nebenstrassen ging es auf (meist) gutem Asphalt mit moderater Steigung durch den schönen Nationalpark Velebit.  

Nach einigen lokalen Maxima und Minima haben wir gegen 14.30 dann unser globales Maximum von 1414 Hm erreicht und wurden durch einen gigantischen Ausblick belohnt - aber ich wiederhole mich...

10. Tag: Perusic - Novalja

Besondere Tage erfordern besondere Maßnahmen. Deswegen sind wir heute um 06:30 augestanden. 07:00 Frühstück, 08:00 Aufbruch und um 12:00 waren die ersten 700 Höhenmeter geschafft. Aber der Reihe nach:
Von Perusic sind wir zunächst zum See Kruscica gefahren. Am frühen morgen war es noch richtig kalt, insbesondere im Schatten.

Weiter ging es auf einer kleinen, schmalen Asphaltstraße in den Velebit Nationalpark. Die Straße führte uns auf etwa 1270 m Höhe. Naja, gestartet sind wir bei 575 m, macht also einen Anstieg von 700 m.

Zunächst mussten wir nochmal 200 Höhenmeter runterfahren und anschließend einige Meter wieder hoch, bis wir die Passhöhe von 1414 m erreicht haben. Nur wenig später gab das Gebirge den ersten Blick auf die Adria frei. Gigantisch!

Nach rauschender Talfahrt (immerhin mussten wir über 1400 Höhenmeter abbauen) sind wir mit der Fähre auf die Insel Pag übergesetzt. Pag zeigt sich von seiner schroffen Seite. Trotz später Stunde war hier eine Affenhitze.

Ich weiß nicht, was eine nette Unterkunft auf Pag kostet. Aber unsere Bude mit mini-Zimmer und uninspiriertem Personal ist unverschämt teuer.

10. Tag: Perušić - Novalja

Heute stand die Königsetappe auf dem Programm. Weil keine Verpflegungsmöglichkeit auf der Strecke zu erwarten war, mussten wir uns gut vorbereiten: Sponsor of the day waren daher 2 Getränkeanbieter.

Nach einem eher spärlichen Frühstück starteten wir gegen 8:00 Uhr mit der Tagesetappe. Auf 20 ebenen km konnten wir uns zunächst warm fahren, ehe die ersten 700 Höhenmeter anstanden. 

Auf dem ersten Gipfel kam uns ein Papa mit seinen 2 Jungs entgegen, ganz begeisterte Radler. Die drei mussten kein Gepäck mitschleppen, weil die Mama mit dem Auto hinterher fährt. Wir haben uns auf dem ersten Gipfel mit unseren Weingummis und Keksen versorgt, ehe es dann wieder 200 m bergab ging. Zu guter letzt ging es dann nochmal 350 m bergauf auf die Passhöhe von 1414 m ü. NN. Hier könnten wir tolle Ausblicke genießen, sowohl ins Landesinnere als auch auf die Adria mit ihren vorgelagerten Inseln. 

Zur Erholung diente eine rauschende Bergabfahrt auf Meereshöhe Null. Zum Schluss mussten wir ordentlich in die Pedale treten, um die 17:30-Fähre auf die Insel Pag noch zu erwischen. Dank einer kleinen Verspätung der Fähre konnten wir schließlich die letzten drei Plätze ergattern. Auf Pag wurde es nochmal anstrengend: auf den letzten 9 km waren nochmal 180 Höhenmeter zu bewältigen. Insgesamt wurden es heute 102 km und 1450 Höhenmeter.

Freitag, 29. August 2014

9. Tag: Plitvička Jezera- Perušić

Landschaftlich war das heute eine supertolle Etappe, die mit nicht fahrradidealem Untergrund kombiniert war: für die ersten 20 km haben wir über 3 Std. gebraucht. 
Das Fahren auf durchnässten Wald- und Treckerwegen durch hügeliges Gebiet trainiert Kondition und Koordination. Auch meine Arme haben heute ein anstrengendes Training bekommen. Bei zu gerölligen oder zu matschigen Steilstücken mussten aber auch Falko und Frank schieben.
Ausserdem waren kurz vor Mittag einige unerwartete Hindernisse zu überbrücken, denn ein Zurück auf dem schwierigen Treck kam für uns nicht in Frage. Ab Mittag kamen wir dann auf guten Strassen mit wenig Autoverkehr gut voran,  mit einer Ausnahme: ca 100 Hm  auf  gut 1 km Geröllstrecke waren zu meistern - schieben kann so anstrengend sein, aber immerhin: dieses Teilstück war komplett Kfz-frei.

9. Tag: Plitvička Jezera - Perušić


Das Frühstück ist mangels Auswahl recht kurz und kurz war auch die heutige Etappe. Bereits gestern hat sich im Gespräch mit einem Ranger vom Nationalpark abgezeichnet, dass wir unsere geplante Strecke nicht nehmen können, da man uns mit Fahrrädern nicht in den Park lässt. 

Als Alternative stehen zwei Routen zur Auswahl, wir entscheiden uns für die, die auf einer Karte mit einem Fahrrad markiert ist, also für die falsche. Was das Fahrradsymbol dort zu suchen hat, erschließt sich mir nicht. Auf diesem Trampelpfad ist man mit Fahrrad vollkommen falsch. Erst kämpfen wir uns durch Sand, Matsch und nochmehr Matsch, dann stehen wir auf einer Wiese. Wir fahren 500m zurück und probieren den Weg mit mit dem Einfahrtsverbot-Schild. Dieser Weg bringt uns voran. Allerdings haben wir im weiteren Verlauf zwei Hindernisse zu überwinden:

Zunächst liegt ein Baum quer über dem Weg. Aber sowas von ungünstig, dass wir einige Zeit brauchen, uns und unsere Ausrüstung hinüber zu schleppen.

Im weiteren Verlauf stehen wir vor einer zusammengefallenen Brücke. Überfahren unmöglich, rüberbalancieren geht. Also tragen wir Räder und Ausrüstung auf die andere Seite. Trotz aller Hindernisse ist der Weg entlang des kristallklaren Bachlaufs sehr spektakulär.

Vor Perušić profitieren wir von der Tatsache, dass unsere Straße infolge von Bauarbeiten gesperrt ist. Wir fahren um die Sperre herum und haben die Straße für uns allein. Ein super Tag heute.

Donnerstag, 28. August 2014

8. Tag: Bihać - Plitvička Jezera

Falko hat sich heute selbst übertroffen: wie er diese Fahrradwege gefunden hat ist mir ein Rätsel. Direkt nach dem Grenzübergang ging es auf kroatischer Seite durch die schöne Korana-Schlucht: für vollgepackte Treckingräder eigentlich nur bedingt geeignet, aber es war wunderschön und ich habe kein Problem mein Fahrrad auch ein paar Meter zu schieben und mich durch enge Stellen zu quetschen

Der Fahrradtag endete Mittags an den Plitvička Seen, an denen wir bis Abends die tollen Wasserfälle erwandert haben. Die Seen sind Weltnaturerbe und es kommen bis zu 5000 Besucher täglich. Trotz der vielen Besucher sind die Seen sehr, sehr sehenswert. Ich bin sehr froh, dass wir uns hier einen halben Tag "Fahrrad-Auszeit" genommen haben.

8. Tag: Bihać - Plitvička Jezera

Heute hat es das Frühstücksorakel gut mit uns gemeint. Einziger Zwischenfall: Mein Auftritt beim Servicepersonal, als ich darauf hingewiesen habe, dass es keine Spiegeleier mehr gäbe. Der Angesprochene ruft lautstark nach dem englischsprachigen Kollegen, dieser erscheint 5 Minuten später an unserem Tisch und fragt, ob mir kalt sei. Langsam verstehe ich: gestern abend habe ich mich bei dem Angesprochenen beschwert, dass das Fleisch kalt sei. Und die Pommes seien ebenfalls kalt. Und der Rest auch. Das mit dem "kalt" hatte der Angesprochene wohl falsch verstanden und völlig sinnentstellt dem Kollegen mit auf den Weg gegeben. Ansonsten war das Frühstück sehr gut und so war der Tag.
Nach der Abreise aus Bihac war die Grenze schnell erreicht. Auf kroatischer Seite haben wir auf einer Verkehrsinsel Leiset und Paul aus Australien getroffen. Die beiden sind erst von Kolumbien nach Patagonien geradelt und fahren nun von Madrid nach Istanbul. Und während wir uns so unterhalten, stößt Joe aus USA zu uns. Er fährt von Frankreich nach Bosnien. Von links nach rechts: Frank, Leiset, Marion, Paul, Joe.

Wir unterhalten uns recht lange, dann müssen wir weiter. Erst entlang der Schlucht vom Fluss Korana, der aus den Plitvička Seen enspringt.

Anschließend fahren wir weiter zu den auf einer Höhe von 600 m gelegenen Plitvička Seen, die aus insgesamt 16 einzelnen Seen bestehen, die aus mehreren Flüssen gespeist werden. Im Bereich der Seen gibt es mehrere spektakuläre Wasserfälle zu bewundern.

Seltsam ist nur das Verhalten der Inhaberin unserer Unterkunft: meine Frage, ob wir die Fahrräder über Nacht auf die überdachte Terasse , um genau zu sein: die viel zu große, völlig leere überdachte Terasse, stellen dürfen, wurde negativ beantwortet. Mein Ansinnen wurde als "crazy" bezeichnet. Gastfreundlichkeit geht anders. Alles, was man hier über Service weiß, hat man aus dem KGB-Methoden-Handbuch gelernt.

8. Tag: Bihać - Plitvička Jezera

Dank der vielen guten Wetterwünsche hatten wir heute einen super sonnigen und schönen Tag. Gefahren sind wir nur 42 km und 640 Höhenmeter. Den Rest des Tages haben wir mit Wandern an den Plitvičker Seen verbracht. Das war eine willkommene Abwechslung und wir haben es sehr genossen. Dank der herrlichen Ausblicke auf unzählige Wasserfälle haben wir endlos Fotos geschossen. Jetzt sitzen wir beim Abendessen und warten auf unsere Pizza.

Mittwoch, 27. August 2014

7. Tag: Karlovac - Bihać

Von Karlovac sind wir auf der stark befahrenen Hauptstraße Nummer 1 nach Süden geradelt, um möglichst bald nach Westen zum Grenzübergang bei Maljevac abzubiegen. Die Einreise nach Bosnien Herzogowina ging recht schnell über die Bühne. Keine Wartezeit, gelangweilte Beamte, bisschen Smalltalk und weiter.

Wir haben uns für die Route über Cazin entschieden, was den Nachteil eines größen Verkehrsaufkommens hat. Und den Vorteil, noch an der Burg Ostrožac (Ostrožac Castle) vorbeizukommen. Die Burg wurde im 16. Jahrhundert erbaut, zwischen 1900 und 1906 von einem Abkömmling der Habsburg-Sippe erweitert und wird nun, im 21. Jahrhundert renoviert. Direkt hinter der Burg ging es dann in engen Serpentinen runter zum Fluss Una, dem wir bis Bihac gefolgt sind.
Auf der Brücke über den Fluss halten wir kurz an. Die Bilder, die sich auf den beiden Seiten zeigen, können unterschiedlicher nicht sein. Rechts: düstere Wolken. Links: blauer Himmel. Wir fahren nach rechts.


Mit Erreichen des Hotels hat es schlagartig angefangen zu gewittern: erst der Blitz, dann der Donner, dann der Stromausfall. Letzter hat am längsten angehalten, weswegen ich im Dunkeln geduscht habe.
Bihac selbst ist ähnlich wie Burg Ostrožac renovierungsbedürftig, hat aber ein ausgesprochen gutes Hotel mit einem ausgesprochen schlechtem Restaurant.

7. Tag: Karlovac - Bihać

Falkos Butter-Orakel hat fuer heute einen fantastischen Tag vorhergesagt, die Frühstücksbutter war fast flüssig. Dennoch hat es heute morgen ordentlich geregnet. Wir sind etwas später los, mussten uns zweimal kurz unterstellen und haben gegen Mittag ein paar Tropfen mitbekommen. Richtig Glück haben wir heute Abend gehabt: Kurz nach der Ankunft im Hotel fing es an wie aus Kübeln zu gießen. Das Butter-Orakel lag also nicht so ganz falsch, es hätte durchaus schlimmer kommen können.

 Ansonsten war heute ein guter Tag: Wir haben 107 km und knapp 900 Höhenmeter geschafft. Die Straßen waren gut, die Ausblicke teilweise spektakulär, nur die ersten und letzten Kilometer hatten wir mit viel Verkehr zu kämpfen.