Sonntag, 2. September 2018

Abreisetag

Heute sind wir die 7 km zum Flughafen gefahren und mit Lufthansa nach Hause geflogen.
In den letzten 18 Jahren haben wir auf unserer Tour durch 35 europäische Länder einiges erlebt: wir hatten  Autobahnetappen und Strandetappen, sind über alte abgesperrte Brücken gefahren und haben die Räder über abgesperrte Stauanlagen geschleppt, um irgendwie über den Fluss zu kommen. Nicht alles ist zur Nachahmung empfohlen.
Und dennoch hatten wir auf der heutigen Etappe wieder ein Novum: beim Versuch, die Hauptstrasse zu vermeiden, haben wir uns über Baustellenzufahrt und Trampelpfad auf einen Weg begeben, der auffallend breit, mit einer dünnen Sandschicht bedeckt und irgendwie in einem großen Oval angelegt war. Worum genau es sich handelt, wurde spätestens in dem Moment klar, in dem der ersteTraber um die Ecke geflitzt kam

Samstag, 1. September 2018

15. Tag: Valetta

Unseren letzten Fahrradtag verbringen wir in Valetta, der Hauptstadt Maltas. Im Ballungsraum Valetta leben 394.000 von 430.000 Einwohner Maltas. Malta ist unser 35. Land auf der Europa-Radtour. Eine Fahrradregion ist Malta aber nicht. Ausserdem ist der Linksverkehr sehr unübersichtlich, auch die vielen Einbahnstraßen machen das Fahrradfahren nicht gerade einfach. Daher sind uns die ca.16 km Kuestenpromenade eher leicht gefallen. Das Radeln der gleichen Strecke zurück durch die Stadt war dann doch etwas anstrengender. Alles in allem aber ein sehr ruhiger Ausklang der diesjährigen Tour.

In 2 Jahren geht es dann weiter: der Vatikan als 36. Land liegt dann auf der Route. 

Freitag, 31. August 2018

14. Tag: Syrakus - Valletta

Das Wesentliche hat Falko ja bereits geschrieben. Nach einer kurzen Etappe haben wir Pozzallo gegen 14 Uhr erreicht und noch einen schönen Nachmittag am Strand verbracht. Vor einer Stunde haben wir noch in einem Schnellimbiss zu Abend gegessen. Jetzt haben wir die Kontrollen zur Fähre nach Malta passiert und warten bis das Boot einläuft. Abfahrt ist um 21:30 Uhr, Ankunft in Malta um 23:30. Dann müssen wir noch knapp 5 km und 75 Höhenmeter zu unserem Hotel radeln.

14. Tag: Syrakus - Valletta

Heute haben wir uns mal wieder ein längeres Frühstück im Hotel gegönnt: die rund 70 km bis zur Fähre im Hafen von Pozzallo sind nicht sonderlich furchteinflößend.
Unangenehm war die Strecke dann doch: das Thermometer zeigt Temperaturen knapp unter 40°C an und die Straße ist laut. Aber auch das bringen wir hinter uns.
Pozzallo ist der südlichste Punkt, den wir auf unserer Radtour je erreicht haben. Hier ist Sizilien zu Ende. Gegen 21:00 legt unsere Fähre nach Valletta / Malta ab. Bis es soweit ist, vertreiben wir uns die Zeit am Strand.

Donnerstag, 30. August 2018

13. Tag: Ramacca - Syrakus

Nach einer sehr schlechten Nacht machen wir uns heute auf zu einer 115 km Etappe mit dem Highlight Valle del Anapo. Der Tag beginnt bei herrlichem Wetter und das Panorama ist gigantisch. Wenn man die Küstenbereiche/-straßen meidet, ist Sizilien herrlich. Auf der Abfahrt nach Syrakus kommt dann die Hiobsbotschaft: wegen des 30 minütigen Starkregens ist der Valle del Anapo gesperrt: aus Sicherheitsgründen wegen Steinschlaggefahr. Aber wir lassen uns davon nicht unterkriegen. Dann machen wir das Tal halt in 2 Jahren auf unserer Tour Richtung Vatikan und San Marino. Die Ersatzroute Richtung Syrakus mit 250 Extrahöhenmetern war aber auch sehr sehenswert. Belohnt werden wir in Syrakus mit einem tollen Hotel und einem super Abendessen. Meine Herausforderung des Tages: Das tolle Dessert zu essen, obwohl ich schon übersatt von der gigantischen Nudelvorspeise und dem wahnsinnig leckeren Hauptgang bin. 

13. Tag: Ramacca - Syrakus

Heute wollten wir nicht den direkten Weg nach Syrakus nehmen. Stattdessen nahmen wir einen Umweg und schraubten uns über 1.000 m in die Höhe, um anschließend eine besondere Abfahrt zu genießen. Doch wie zuletzt häufiger, spielt das Wetter insbesondere dann nicht mit, wenn wir durch besonders schöne Landschaft fahren. So war es auch heute. Beim Anstieg sorgte die pralle Sonne für eine unangenehme Hitze. Auf den letzten Höhenmetetn zog sich dann der Himmel bedenklich zu. Schleunigst starteten wir die eigentlich grandiose Abfahrt. Auf halber Höhe gerieten wir in einen regelrechten Starkregen. Pitschnass schafften wir es noch uns in der nächsten Stadt unter ein Vordach zu stellen. Doch das war nicht der schlimmste Teil des Tages. Im Weiteren wollten wir eigentlich eine alte Bahntrasse durch das Naturreservat Valle dell'Anapo nehmen. Ein Wächter des Nationalparks warnte uns jedoch nach dem Starkregen eindringlich vor der Gefahr herabstürzenden Steinschlags von den imposanten Felswänden der Schlucht. So mussten wir, nachdem wir 250 Höhenmeter in die Schlucht hinabgefahren waren, auf der anderen Seite die gleiche Höhe wieder erklimmen. Das war sehr ärgerlich, zumal die Schlucht ein Highlight des Sizilienteils der diesjährigen Tour werden sollte. Aber wir hatten trotzdem einen schönen Tag.

12. Tag: Montalbano Elicona - Ramacca

Die größte Herausforderung des Tages:  KALT DUSCHEN. Nachdem wir 114 km Fahrrad gefahren sind freut man sich abends auf eine schöne warme erholsame  Dusche. Dannach kann man sauber und zufrieden zum Essen gehen und sich bei einem guten Rotwein über den anstrengenden, aber schönen Tag unterhalten. In unserer Unterkunft Contea di Wagner gab es allerdings kein Warmwasser. Egal: Duschen muss trotzdem sein. Aber es war eine echte Herausforderung für mich.

Mittwoch, 29. August 2018

12. Tag: Montalbano Elicona - Ramacca

Heute waren es wieder stolze 1.200 Höhenmeter bei einer Streckenlänge von 114 km. Landschaftlich wunderbar, den Vormittag über hatten wir den Ätna im Blick, den Rest des Tages war er zwar da, hat sich aber hinter Wolken versteckt.
Gegessen haben wir in unserer Unterkunft, wobei wieder einmal der gute Hauswein hervorgehoben werden muss.

Dienstag, 28. August 2018

11. Tag Scilla - Montalbano Elicona

Heute hatten wir wieder einen abwechslungsreichem Tag. Gestartet sind wir ohne Frühstück bereits um kurz vor 7 Uhr. Nach knapp 10 km stand die Fährüberfahrt nach Sizilien auf dem Programm. Hier hatten wir Glück, dass die Fähre direkt nach unserer Ankunft und dem Ticketkauf losfuhr. Gefrühstückt haben wir dann in Messina in einem kleinen Cafe. Jetzt standen die ersten Höhenmeter auf dem Programm: Gut 500 hm über einen Bergrücken an die Nordküste, die sich aufgrund spektakulärer Ausblicke allerdings gelohnt haben. Wieder unten angekommen, sind wir ein ganzes Stück an der Hauptstraße entlang gefahren. Hier ging es an wenig empfehlenswerten Strandorten, Industriegebieten und ähnlichem vorbei. Wir waren froh, als wir nach dem Mittag wieder in die einsamen Berge abbiegen konnten, obwohl der finale Anstieg auf knapp 900 hm doch sehr anstrengend war. Eine Sorge hatten wir heute jedenfalls nicht: Die Angst vor Regen. Nur ganz früh am Morgen und kurz vor der Ankunft zogen dunkle Wolken auf, die aber glücklicherweise keinen Niederschnlag brachten.

11. Tag: Scilla - Montalbano Elicona

Heute sind wir schon um 8.00 früh mit der Autofähre durch die Straße von Messina nach Sizilien übergesetzt. Dann ging es direkt 500 hm bergauf, um vom Ionischen Meer ans Thyrrenische Meer zu kommen. Eine wunderbare Strecke mit unglaublichem Panorama. Dann kamen aber ca 50 km Küsten-/Hauptstraße. Das war eine mittelgroße Katastrophe, viel zu enge Straßen für viel zu viel Verkehr. Jeder fährt wie er will und wo gerade Platz ist. Es gibt für mich keine erkennbare Regel, bzw. nur die Regel: wer zuerst fährt hat Recht. Also gilt auch für uns: Augen zu und durch. Und:.... es funktioniert. Obwohl überall wie wild gehupt wird, und mit wenig Abstand überholt wird, gibt es keine aggressiven Fahrer. Leben und Leben lassen ist die Devise. Trotzdem sind wir sehr froh endlich dem Kuestenbereich zu entkommen. Was allerdings bedeutet: knapp 900 Hm Anstieg in weniger als 18 km Länge. Zwischenanstiege nicht mitgerechnet. Bei (kurzen) Bereichen mit 13% Steigung versuche ich noch zu kämpfen. Bei 15% Steigung muss ich absteigen und schieben. Frank und Falko fahren die komplette Strecke. An den steilen Bereichen sind die beiden aber kaum schneller als ich beim Fahrradschieben. Allerdings werden die beiden morgen keinen Muskelkater im Schulterbereich haben. 
Belohnt werden wir mit einem wahnsinnig tollen Panorama, einem tollen Hotel und einem super Abendessen. Die Hilfsbereitschaft und Gastfreundlichkeit der Sizilianer ist gigantisch und lässt einen komplett vergessen, das die EU-Abgasnorm hier keinen interessiert. 


11. Tag: Scilla - Montalbano Elicona

Heute waren es wieder über 1600 Höhenmeter bei sizilianischen Temperaturen. Ich bin jetzt in einem Alter, in dem mir mein Körper abends ganz leise ins Ohr flüstert: mach das nie wieder!
Naja. Aber vielleicht morgen wieder.

Montag, 27. August 2018

10. Tag: Serra San Bruno - Scilla

Vor der Radtour hatte ich mir überlegt, eine neue Regenjacke zu kaufen. Meine alte war durchlässig geworden und zeigte erste Auflösungserscheinungen. Doch wer braucht schon eine neue Regenjacke, wenn er in Griechenland oder Süditalien unterwegs ist? Nur um ungenutzt in der Fahrradtasche zu schlummern, hätte meine alte Jacke schließlich auch noxh gereicht. Glücklicherweise entschied ich mich dann doch dafür, in eine neue Regenjacke zu investieren. Doch der Reihe nach. Als wir heute Morgen um 7:00 aufgestanden sind, regnete es bereits. Und das, obwohl die Wetter-App noch trockenes Wetter zeigte und nur leichte Schauer ab 10 Uhr ankündigte. Mit unserer Abfahrt vom Hotel um 8:15 Uhr war es dann aber trocken. Uns stand gleich ein Anstieg von 400 m bevor. 3/4 davon schafften wir noch im Trockenen, ehe wir mitten im Wald ohne vernünftigen Unterstand stehend für eine knappe Stunde in einen Starkregen gerieten. Die neue Jacke hielt übrigens dicht. Eine neue Regenhose und Überschuhe hatte ich zuhause übrigens leider nicht gekauft. Wer braucht so etwas schon im August im Süden?
Gegen Nachmittag würde das Wetter zum Glück wieder trockener und wir wurden mit schönen Ausblicken auf die kalabrische Küste belohnt. Jetzt legen wir uns in Scilla ins Bett. Morgen wird schließlich wieder ein anstrengender Tag werden.